Erste Hilfe beim Hufbeschlag auf einem Wanderritt

Eisen ab auf dem Wanderritt? Und nun?

Ein abgetretenes oder lockeres Eisen auf dem Wanderritt und der Hufschmied nicht in Sicht…? Für viele Wanderreiter ein Schreckensszenario.

Um diese Sorge zu nehmen, fand am 15.03.2022 unser Kurs „Erste Hilfe beim Hufbeschlag auf einem Wanderritt“ in der Schmiedewerkstatt von Ludger Homann, staatlich anerkannter Hufbeschlagslehrschmied, in Klein Reken statt.

Elf interessierte Teilnehmer, vom Freizeitreiter bis Profi-Wanderreiter, hatten sich dazu in der Werkstatt eingefunden. Ludger erklärte zunächst sehr anschaulich an Exponaten und an dem tadellos brav stehenden Wallach Samurai, wie ein Huf aufgebaut und wie die Anatomie des gesunden Hufes idealerweise ist, um überhaupt ein Verständnis zu bekommen, worauf es beim Huf und dem Beschlag bei einem Wanderritt ankommt.

Und dann wurde es ernst: Das Szenario „Eisen ab“ für den Wanderritt wurde nachgestellt. Dazu wurde das zunächst lockere Eisen von Samurai weiter gelockert und von Ludger erklärt, wie der Reiter unterwegs, ohne das Horn oder den Huf zu verletzen, das Eisen- auch ohne Zange, abnehmen kann.
Als wir das Eisen anschließend in den Händen hielten, wurden die Eigenschaften eines eingelaufenen Eisens begutachtet und verschiedene Nagelsorten ausprobiert. Denn Nagel ist nicht gleich Nagel- und die Größe ist dabei nur ein Unterschied von vielen.

Und jetzt mussten wir, die Teilnehmer, ran. Doch wie herum muss der Nagel überhaupt in den Huf? Leise hörte man einige Teilnehmer sich Eselsbrücken bauen- wie z.B. PI- für Prägung innen. Jeder durfte den Nagel – mit Kontrolle des Fachmanns, wieder befestigen. Eisen dran- geschafft! War dann doch gar nicht so schwer und die große Unsicherheit einen Nagel wieder einzusetzen, konnte Ludger den Teilnehmern mit Sicherheit ein wenig nehmen. Schließlich ging ja nicht darum, ein Eisen neu aufzunageln, sondern die vorhandenen Nagellöcher wieder zu benutzen. „Das neu aufnageln überlassen wir dann doch den Profis“- wie er mit einem augenzwinkernd erklärte.

Auch alle weiteren Schritte wurden umfassend besprochen. Denn auch das anschließende richtige Vernieten ist nicht zu unterschätzen und gewährleistet erst den sicheren Sitz des Eisens. Dieser Vorgang ist schon mit Hilfswerkzeugen im Gelände eine Herausforderung. Womit dann auch gleich geklärt wurde, welches Werkzeug unerlässlich ist. Daraufhin entwickelte sich ein spannender Austausch über nötiges Hufbeschlags-Equipment auf einem Wanderritt – das Packgewicht im Hinterkopf habend.

Am Ende des Abends, nach zwei sehr lehrreichen Stunden, lässt sich sagen, dass der Schrecken eines lockeren oder abgetretenen Eisens den Teilnehmern genommen werden konnte, wie auch der lockere Austausch es am Ende des Kurses zeigte. Mit dem vermittelten Wissen werden die nächste Wanderritte mit Sicherheit ein wenig entspannter und sicherer.

Da der Kurs sehr gut bei den Teilnehmern angekommen ist, gibt es bestimmt eine Wiederholung und evtl. einen Teil 2 zum vertiefen der bisherigen Kenntnisse. Der Vorstand von VFD Coe/ Bor arbeitet daran.0