Kreisverband Coesfeld / Borken e. V.
Zweitägiger Erste-Hilfe-Kurs am 22. und 23. März 2014 Wir trafen uns am Samstag um 9.00 Uhr im Hotel-Restaurant Eichenhof in Reken. Michael Engemann vom DRK Kreisverband Borken begrüßte uns. Nach einer Einführung und einer kurzen Info bezüglich des Tagesablaufs haben wir 8 Teilnehmer/innen uns gegenseitig vorgestellt. Dabei wurde schnell deutlich, dass jede/r von uns selber die eine oder andere Verletzung schon erlitten hatte und wie wichtig es ist, Hilfe zu bekommen und auch der Situation angemessen helfen zu können. Egal ob im Haushalt, im Beruf, im Straßenverkehr, beim Sport oder in der Freizeit. Es kann jeden von uns treffen, in allen Lebensbereichen! Die Vorstellungsrunde mit Erfahrungsberichten verhalf uns zu einem entspannten Einstig in ein sehr informatives Wochenende. Herr Engemann verstand es hervorragend den theoretischen Teil zu vermitteln. Besonders gut gefallen hat es uns, dass er uns verschiedene Situationen vor Augen geführt hat, deren Lösung wir in Gesprächsrunden mit seiner Hilfe selber erarbeitet haben. Zur Theorie gehört auch die Praxis, denn das meiste lernt man beim Tun, vor allen Dingen baut man so die erste Hemmschwelle ab.                                                                                                                         Wie reagiere ich z.B. beim Auffinden einer leblosen Person, wie kann ich jemanden aus einem Auto oder auch vom Pferd holen? Wie bringe ich eine Person in die stabile Seitenlage, wie kann ich am einfachsten eine Rettungsdecke um die am Boden liegende Person bringen? Wie nehme ich z. B. einen Motorrad- oder Reithelm ab? Und wenn die Person nicht atmet, wie führe ich eine Herz-Lungen-Wiederbelebung aus?                                                                                                                                                            Zudem gibt es viele unterschiedliche Verletzungsmöglichkeiten und entsprechende Möglichkeiten jemanden zu verbinden. Den theoretischen Teil dazu haben wir noch am Samstag erarbeitet.
Mit Matsch- und Buddelhose ausgestattet freuten wir uns am Sonntag auf eine reale Situation im Gelände. Wir wurden in zwei Gruppen eingeteilt, das Einzige was wir wussten war, dass Dagmar zwei Komparsen engagiert hatte. Auf dem Reitplatz ritten Dagmars Tochter Natalie mit einer Freundin. Bis dahin für uns eine ganz normale Situation. Wir standen gemeinsam auf dem Reitplatz und unterhielten uns noch, als plötzlich und unerwartet Natalie laut schreiend von ihrer trabenden Stute herunterfiel und auf dem Platz reglos liegen blieb. Fast zeitgleich stürzte auch Cora vom Pferd und lag wimmernd am Boden. Es war so echt rübergekommen, dass die Wirkung auf uns nicht hätte besser sein können. Wir standen für einen Moment fassungslos auf dem Platz, bevor wir reagieren konnten. Wie war das noch mal? Woran muss ich denken? Theorie beiseite und handeln! Das erste Bindeglied der Kette greift, wenn wir erkennen, ansprechen und anfassen. Auf die eigene Sicherheit achten und die Unfallstelle sichern, in unserem Fall musste sich jemand ums Pferd kümmern. Das zweite Bindeglied der Kette sind die sogenannten 5 W´s des Notrufs: Wo ist es passiert, Was ist passiert, Wie viele Verletzte, Welche Art von Verletzungen/Erkrankungen und Warten auf Rückfragen. Herr Engemann war unser Ansprechpartner unter dem Notruf 112.                                                                                                       
Unsere weiteren Tagespunkte waren die eigene Sicherheit beim Verladen, Führen und Anbinden von Pferden, das korrekte Verbringen von Pferden auf die Weide.                                                                  Wie kann ich als Verletzter den Ersthelfern helfen (in dem ich z. B. am Körper einen Brustbeutel trage, in dem meine Daten sind, ob ich Allergien habe, Diabetiker bin, Medikamente nicht  vertrage). Auch am Pferd kann ein kleiner Anhänger angebracht werden (wie beim Hund am Halsband), in dem ein Zettel mit z.B. der Telefonnummer des Stalls steht, denn es kann passieren, dass das Pferd wegläuft.
Der nächste Tagespunkt waren die Reitwesten und der passend sitzende Reithelm, für die eine oder andere Person mit Aha-Effekt. Zum Schluss haben wir alle möglichen Verletzungen rund um den Stall verbunden. Das Pferd ist ganz fies auf den Fuß getreten, die Person wurde ohnmächtig und hat sich beim Sturz etwas durch die Hand gestochen… An diesem Wochenende haben wir viel gelacht und gelernt. Jede/r von uns hat nur positives mitgenommen. Jede Hilfe, egal wie unprofessionell sie ist, ist immer noch besser, als nicht zu helfen!
Die “Verletzte” drohte ohnmächtig zu werden.
Text: Heike Alfert-Eining Fotos: Stefanie Schlick und            Jana Fanto-Kaiser